Führungsstrukturen mit dem Wachstum anpassen

Interview mit Rico Rückstadt, Geschäftsführer der Energieinsel GmbH in Oberkrämer

Von Tim Gabel am 11.06.2019

Dass man nicht alles alleine stemmen kann, hat Rückstadt in letzter Zeit auch für seine Firma, die Energieinsel, erkannt. Nach einem Unternehmenswachstum von über 200 Prozent in den vergangenen Jahren hat er erst kürzlich eine zweite Führungsebene bei dem Systemanbieter für Solarlösungen eingezogen. Welchen Herausforderungen er beim Wachstum seines Unternehmens darüber hinaus noch begegnet ist, erzählt er im Interview.

 

Das Team der Energieinsel vor dem Unternehmenssitz in Oberkrämer. Foto: Energieinsel

 

Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Die Energieinsel hat sich auf die Installation von Sonnenkraftwerken spezialisiert, die aus einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher bestehen.  Der Solarstrom aus eigener Produktion wird in der hochwertigen Sonnenbatterie gespeichert und kann dann verbraucht werden, wenn er benötigt wird. Mit dieser Technologie können Einfamilienhausbesitzer bis zu 100% ihrer Stromkosten beim Energieversorger sparen und zusätzlich auch noch ein Elektroauto tanken. Wir machen Menschen unabhängig.

 

Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen?

Rico Rückstadt machte im Jahr 2012 nach 10-jähriger Erfahrung im Photovoltaikmarkt aus der Not eine Tugend als er erkannte, dass das Installieren reiner PV-Anlagen aufgrund drastischer Kürzungen der Fördermittel für den Verbraucher nicht mehr lukrativ genug ist. Er erkannte die Zukunft des Speichers und gründete die Energieinsel GmbH. Der Erfolg gibt ihm Recht, denn das junge, qualitätsbewusste Unternehmen verzeichnet stetiges Wachstum und Umsatz, Mitarbeiteranzahl und Auszubildende haben sich in den letzten 3 Jahren fast verdoppelt und über 1300 Stromspeicher wurden installiert. Durch die Auszeichnung mit dem Zukunftspreis 2019, dem wichtigsten Wirtschaftspreis Brandenburgs, wurde die qualitativ hochwertige Arbeit und das Wachstum der letzten Jahre nun gewürdigt.

 

Das Team der Energieinsel vor dem Unternehmenssitz in Oberkrämer. Foto: Energieinsel

Das Team der Energieinsel Oberkrämer bei der Preisverleihung des Zukunftspreis Brandenburg. Den Preis hält Rico Rückstadt, Geschäftsführer der Energieinsel, in den Händen. Foto: Energieinsel

 

Welche Strategie steckte hinter dem Wachstum?

Die Energieinsel entwickelt und installiert ganzheitliche Energiesysteme, bestehend aus hochmodernen, effizienten Komponenten. Dabei sind lange Garantien und Sicherheit ebenso wichtig, wie die wirtschaftliche Stabilität der Partner und Lieferanten. Dass die Sektorenkopplung auch im gewerblichen Bereich funktioniert, lebt die Energieinsel vor. Das neue Bürogebäude mit Lagerhalle in Oberkrämer ist ein einzigartiges energetisches Vorzeigeobjekt und produziert mehr Energie als es verbraucht. Dabei wurde rundum auf Nachhaltigkeit geachtet und die bauliche Hülle aus Holz nach KfW 40+ Standard errichtet. Eine PVA mit 100 kWp auf dem Dach sorgt in Verbindung mit dem 100 kWh Stromspeicher für eine hohe Autarkie bei der Versorgung des Hauses mit Strom. Zudem werden so auch die Wärmepumpen und die 4 Ladesäulen mit sauberem Strom versorgt. So entwickelt sich die Energieinsel auch gleichzeitig zu einer zentralen Anlaufstelle für E-Mobilisten. So lebt die Energieinsel den Traum von der Unabhängigkeit und Eigenversorgung aus regenerativen Quellen. Das schafft Vertrauen und dient als Ansporn für unsere Kunden.

 

Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden

Während der letzten Jahre musste sich die Energieinsel immer wieder neuen Herausforderungen stellen, dies begann schon mit der Suche nach einem geeigneten Objekt/Grundstück im Raum Oranienburg. Des Weiteren ist es in der heutigen Zeit immer schwieriger die richtigen Fachkräfte zu finden und diese auch an das Unternehmen binden zu können. Neue Mitarbeiter müssen richtig in das Unternehmen integriert und eingearbeitet werden, damit die Abläufe weiter strukturiert bleiben und der Geschäftsbetrieb harmonisch abläuft. Im Wandel der Zeit müssen Prozesse und Strukturen immer wieder angepasst werden. Eine weitere Herausforderung ist es, die richtigen Partner und Lieferanten zu finden, damit unsere Bauherren für über 25 Jahre abgesichert sind. Denn unsere Bauherren wollen heute einen langfristigen Beitrag zum Umweltschutz leisten und haben die Auswirkungen des Klimawandels verinnerlicht.

 

Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze!

Durchhalten! Wichtig sind eine konsequente Qualitätsstrategie und ein positives Arbeitsklima für alle Kollegen zu schaffen. Man sollte sich immer wieder selbst hinterfragen und langfristig denken.

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