Wachstumchancen für ein Social Business ausloten

Interview mit Génica Schäfgen, Head of Ecosia Germany, Ecosia GmbH (Berlin)

Von Tim Gabel am 27.03.2020

Ecosia ist eine ökologische Suchmaschine mit Sitz in Berlin. Die Betreiberfirma Ecosia GmbH hatte Anfang 2020 inklusive Freiberuflern 51 Mitarbeiter. Gestartet war das Unternehmen als One-Man-Show. Génica Schäfgen erklärt wie man mit einem Social Business wachsen kann.

Ecosia ist eine ökologische Suchmaschine. Für ca. 45 Suchanfragen pflanzt das Unternehmen einen Baum, hier in Brasilien. Foto: Ecosia

Ecosia ist eine ökologische Suchmaschine. Für ca. 45 Suchanfragen pflanzt das Unternehmen einen Baum, hier in Brasilien. Foto: Ecosia GmbH

 

Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Ecosia ist eine kostenlose Suchmaschine genau wie Google. Mit dem Unterschied, dass wir mit unseren Gewinnen Bäume pflanzen. Bis dato sind es schon über 80 Millionen Bäume. Jeder braucht heute eine Suchmaschine und mit Ecosia kann man während man im Internet surft etwas Gutes für die Umwelt tun. Außerdem schützen wir auch die Daten unserer Nutzer und verkaufen Sie nicht an Werbetreibende.

Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen?

Ecosia wurde bereits 2009 in Berlin gegründet. Doch erst in den vergangenen Jahren haben wir ein deutliches und schnelles Nutzerwachstum erfahren. Von den über 80 Millionen Bäumen, die wir bis dato pflanzen konnten, sind alleine 30 Millionen Bäume im Jahr 2019 gepflanzt worden. Das zeigt die Relation, in der wir uns mittlerweile befinden.

 

Sowohl Ecosias Suchergebnisse als auch die Suchanzeigen werden von Bing geliefert. Foto: Ecosia GmbHSowohl Ecosias Suchergebnisse als auch die Suchanzeigen werden von Bing geliefert. Foto: Ecosia GmbH

 

Welche Strategie steckte hinter dem Wachstum?

Der Grundgedanke ist, dass wir eine klimaneutrale und datenfreundliche Alternative zum amerikanischen Monopolisten bieten und nebenbei Umweltschutz nachhaltig skalierbar machen. Neben dem Algorithmus von Bing verwenden wir auch andere Datensätze, um Widgets zu bauen, die das Sucherlebnis auf Ecosia von anderen Suchmaschinen unterscheidet. So zum Beispiel haben wir den Climate Action Tracker eingebaut. Suchen Sie nach einem Land, bspw. Deutschland, sehen sie rechts ein Feld, das darüber aufklärt, auf welches Grad-Ziel wir mit der aktuellen deutschen Klimapolitik zusteuern. Außerdem benutzen wir viele Open Source Projekte, um mit unserem Mitbewerber mitzuhalten. So können wir gesammeltes Wissen zu unserem Vorteil nutzen und zu einem ethischen Internet beitragen.

Christian Kroll ist der Entwickler und Kopf von Ecosia. Er hat das Unternehmen 2009 gegründet. Foto: Ecosia GmbH

Christian Kroll ist der Entwickler und Kopf von Ecosia.
Er hat das Unternehmen 2009 gegründet. Foto: Ecosia GmbH

Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden?

Das Geld, das wir nicht ausgeben, geht an die Baumpflanzprojekte. So müssen wir uns bei jeder Investition überlegen, ob das Geld gut angelegt ist. Dadurch waren wir lange Zeit auch zurückhaltend bei dem Ausbau unserer Technologie. Mittlerweile können wir aber neue Technologien entwickeln und trotzdem viele Bäume pflanzen. So wird das Produkt Ecosia immer besser und dadurch auch von mehr Menschen wahrgenommen und benutzt. Das bedeutet dann im Endeffekt wieder mehr gepflanzte Bäume.

 

Génica Schäfer kümmert sich bei der grünen Suchmaschine Ecosia um die deutschsprachigen Länder. Foto: Ecosia GmbH

Génica Schäfer kümmert sich bei der grünen Suchmaschine
Ecosia um die deutschsprachigen Länder. Foto: Ecosia GmbH

 

Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze:

Unternehmen sollten sich ihrer Werte bewusst sein oder werden, kohärent dazu handeln sowie wertschätzend und transparent mit den Kunden/Nutzern umgehen.

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