Wachstum durch Technologieführerschaft in einer Marktnische

<p><strong>Was macht die emtec Electronic GmbH?</strong></p>
<p>Die Leipziger emtec entwirft, entwickelt und fertigt Pr&uuml;f- und Messger&auml;te zur Erfassung relevanter Verarbeitungseigenschaften von Werkstoffen wie Papier, Karton und Textilstoffen. Mit den Messger&auml;ten k&ouml;nnen beispielsweise Hersteller von Printerzeugnissen, Taschent&uuml;chern oder Klebestoffen den Herstellungs- oder Weiterverarbeitungsprozess ihrer Produkte objektiv kontrollieren und regulieren. Der Gr&uuml;nder Giselher Gr&uuml;ner erwarb nach Schlie&szlig;ung des Instituts, an dem er zuvor 17 Jahre lang gearbeitet hatte, von der Treuhand zusammen mit einem Partner ein Produktrecht als Grundlage des Gesch&auml;fts. Von diesem Partner trennte er sich jedoch 1995 und gr&uuml;ndete dann die emtec. Die emtec hat heute 30 Mitarbeiter, im Jahr 2010 waren es noch 10 gewesen.</p>
<p><strong>Auf welche Weise ist die emtec Electronic GmbH gewachsen?</strong></p>
<p>Die emtec entwickelt st&auml;ndig innovative und qualitativ hochwertige Produkte und verkauft diese weltweit. Inzwischen sind es beinahe 20 Messger&auml;te. Der Exportanteil erreicht bei manchen Produkten 90 Prozent. Der Zielmarkt wandelt sich stetig unter dem Einfluss multipler Faktoren. So entwickelt sich derzeit zum Beispiel der Bedarf an Druckpapier r&uuml;ckl&auml;ufig, da durch die Digitalisierung des Journalismus weniger Zeitungen gedruckt werden. Gleichzeitig steigt durch den zunehmenden Versandhandel die Nachfrage nach Postverpackungen und Versandkartons.</p>
<p><strong>Welche Strategie stand hinter dem Wachstum?</strong></p>
<p>Emtec setzt auf innovative, spezialisierte Messger&auml;te auf kontinuierlich hohem technischen Niveau kombiniert mit einer ausgepr&auml;gten Kundenfreundlichkeit und Serviceorientierung. Seit Firmengr&uuml;ndung wurde auf intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen emtec und verschiedenen Instituten und Universit&auml;ten im In- und Ausland gesetzt. Auch mit den Kunden wird sehr eng zusammengearbeitet, damit neue Ger&auml;te auch nur bei ausreichender Marktnachfrage entwickelt werden. Auf Fachmessen und Tagungen h&auml;lt emtec sich auf dem neusten Stand und baut sein Netzwerk aus. Das Vertriebsnetz besteht aus 30 Kooperationspartnern, die in 80 L&auml;ndern aktiv sind. Die emtec finanziert sich vollst&auml;ndig aus Eigenkapital, allerdings sind die Anlageinvestitionen auch nicht sehr hoch, weil neue Ger&auml;te &uuml;berwiegend virtuell am Computer entwickelt werden. &Ouml;ffentliche F&ouml;rderung wird f&uuml;r Innovationst&auml;tigkeit und Messef&ouml;rderung in Anspruch genommen. Mitarbeiter rekrutiert das Unternehmen bevorzugt auf informellen Wegen, weil sich die Eingliederung von diesen Neubesch&auml;ftigten als erfolgreicher erwiesen hat und die Passgenauigkeit der Teammitglieder durch die geringe Gr&ouml;&szlig;e des Unternehmens hoch sein muss.</p>
<p><strong>Welche Herausforderungen hat die emtec Electronic GmbH bew&auml;ltigt?</strong></p>
<p>Zun&auml;chst kooperierte die emtec mit einer Firma, die ein Vertriebsnetz f&uuml;r die Messger&auml;te aufbaute und Anteile an der emtec hatte. Nachdem diese Firma aber den Eigent&uuml;mer wechselte, &uuml;bernahm die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung die Anteile der anderen Firma an emtec und beendete die Kooperation. Dadurch musste die emtec ein eigenes Vertriebsnetz aufbauen. In dieser Krisensituation entschied sich das Unternehmen, ein bereits etabliertes Produkt einer Konkurrenzfirma technologisch weiterzuentwickeln und g&uuml;nstiger anzubieten, um im Markt zu bleiben.</p>
<p><em>Fallstudie entstanden im Rahmen der Studie &bdquo;Unternehmerische Wachstumsstrategien in den ostdeutschen Bundesl&auml;ndern&ldquo;, durchgef&uuml;hrt von der Ramboll Management Consulting GmbH im Auftrag des BMWi</em></p>

Kommentare (0)

Melden Sie sich auf der Plattform an, um Kommentare abzugeben.