Mit Bio-Brot sozial verträglich wachsen

Interview mit Joachim Weckmann, Geschäftsführer der Märkisches Landbrot GmbH (Berlin)

Von Jan Kürvers am 04.12.2020

 Bei der Märkisches Landbrot GmbH wird mindestens 90% des Getreides als Vollkorn von Demeter-Höfen bezogen. (Foto: Marc Doradzillo)

Bei der Märkisches Landbrot GmbH wird mindestens 90% des Getreides als Vollkorn von Demeter-Höfen bezogen. (Foto: Marc Doradzillo)

 

Die Märkisches Landbrot GmbH hat sich voll und ganz dem Grundnahrungsmittel Brot gewidmet und backt Bio-Brot in Demeter-Qualität. Dem Unternehmen ist es wichtig, die Produkte in einem fairen Wertschöpfungskreislauf für einen angemessenen Preis an den Kunden bringen zu können.

 

Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Märkisches Landbrot ist traditionell eine Liefer- und Brotbäckerei, wurde 1930 gegründet und backt seitdem im Berliner Bezirk Neukölln. Wir haben eine eigene Müllerei und backen seit 1981 zu 100 Prozent Bio-Brot. Unser Getreide beziehen wir zu mindestens 90% als Vollkorn von Demeter-Höfen hier aus Brandenburg. Das macht unser Brot fair und regional.

 

Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen? 

Wir haben ein organisches Wachstum von etwa drei bis fünf Prozent pro Jahr. Aktuell haben wir 60 Mitarbeiter, dazu kommen noch einmal 20 Leute in unserem Logistik-Tochterunternehmen. Unser Umsatz beträgt ungefähr 8,4 Millionen Euro pro Jahr.

 

Joachim Weckmann und Christoph Deiner, die Geschäftsführer der Märkisches Landbrot GmbH. (Foto: Marc Doradzillo)

Joachim Weckmann und Christoph Deinert, die Geschäftsführer der Märkisches Landbrot GmbH. (Foto: Marc Doradzillo)

 

Welche Strategie steckte hinter dem Wachstum?

Unser Grundgedanke ist, mit gesundem Brot als Grundnahrungsmittel den Menschen und auch der Erde zu dienen. Unsere Produkte sind ökologisch, regional und sozial verträglich für alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette. Mit unserer offenen Informationspolitik bemühen wir uns um das Vertrauen unserer Mitarbeiter, Verbraucher, Händler und Lieferanten. Dabei ist uns wichtig, unsere Produkte zu einem angemessenen Preis anbieten zu können. Unsere Brote sollen „Volksbrote“ sein.

 

Das Firmengebäude der Märkisches Landbrot GmbH. (Foto: Marc Doradzillo)

Das Firmengebäude der Märkisches Landbrot GmbH. (Foto: Marc Doradzillo)

 

Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden?

Eine wichtige Herausforderung ist und bleibt die Konzentration auf unsere Kernkompetenz, das Brot. Wir arbeiten stetig daran, das bestmögliche Produkt auf die Teller unserer Kunden zu bringen und sehen außerdem unsere Aufgabe in der Bewältigung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen. Für uns ist dabei wichtig, Transparenz zu schaffen. Wir haben eine Gemeinwohl-Ökonomie-Zertifizierung und haben auch das EU-Öko-Audit (EMAS) absolviert. Weiterhin sind wir als Mitglied des Märkischen Wirtschaftsverbunds fair und regional zertifiziert.

Ganz aktuell sind wir dabei, Märkisches in ein „sich selbst gehörendes Unternehmen“ zu überführen. Das bedeutet, Entscheidungswege verlaufen bottom up, es gibt keinerlei Privatentnahmen und der Anteilsverkauf wird ausgeschlossen. Dabei hilft uns die Purpose Stiftung aus Basel, die uns den Zugang zum Verantwortungseigentum vereinfacht.

 

Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze!

Unternehmenswachstum sollte sich in erster Linie in funktionierenden Netzwerkstrukturen vollziehen, angemessen sein und sich auf Qualitätsverbesserungen und Innovationen beziehen. Unser Motto ist: Es gibt immer einen Anfang für das Bessere!

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