2020 als Wachstumsfaktor für den Onlinesektor

Interview mit Roger Müller, Geschäftsführer der Krebs Glas Lauscha GmbH (Lauscha, Thüringen)

Von Jan Kürvers am 14.12.2020

 Christbaumschmuck aus Glas hat eine über 160 Jahre lange Tradition. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

Christbaumschmuck aus Glas hat in Lauscha eine über 160 Jahre lange Tradition. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

 

Der Thüringer Wald ist für den Glas-Christbaumschmuck aus Lauscha bekannt. Der Legende nach erfand 1847 ein armer Lauschaer Glasbläser, in Ermangelung anderer Dekorationen, die Vorreiter der heutigen Christbaumkugeln. Die Krebs Glas Lauscha GmbH knüpfte nach der Wende an die lange Tradition der Glasbläser Lauschas an und produziert seitdem Christbaumschmuck aus Glas für die ganze Welt.

 

Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Die Krebs Glas Lauscha GmbH entwickelt und produziert weltweit Christbaumschmuck aus Glas und vertreibt diesen an Kunden aus über 40 Ländern. Wir sind in der Branche eines der größten fünf Unternehmen. Eine unserer Dienstleistungen sind die so genannten Fulfillment-Lösungen, also der gesamte Prozess der Auftragsabwicklung, für namenhafte Partner wie Westwing, Zalando, Otto oder Amazon. Weiterhin vertreiben wir unseren Christbaumschmuck an den stationären Handel, große Händlerketten in den USA sowie auch an bekannte E-Commerce Marken.

 

Roger Müller, einer der Geschäftsführer der Krebs Glas Lauscha GmbH. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

Roger Müller, einer der Geschäftsführer der Krebs Glas Lauscha GmbH. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

 

Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen? 

Die Krebs Glas Lauscha GmbH wurde im November 1991, mit der Privatisierung der Thüringer Glasschmuckproduktion, gegründet. Bereits sechs Wochen später konnte die erste Kollektion auf den Markt gebracht werden. In den letzten dreißig Jahren wurden etwa fünfzig neue Dauerarbeitsplätze geschaffen, zur Hochsaison kommen da noch die Lagerhelfer dazu.

Dieses Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie ein besonderes Jahr für unser Gewerbe. Für den Direktverkauf fehlen Weihnachtsmärkte, da sehen wir wie viele andere Betriebe einen Rückgang bei den Umsatzahlen. Der Onlinesektor zeigt jedoch ein ganz anderes Bild. Dort erreichen wir aktuell Wachstumsraten um die 160% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

 

Jedes Jahr werden bei der Krebs Glas Lauscha GmbH etwa 2.000 neue Designs gestaltet. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

Jedes Jahr werden bei der Krebs Glas Lauscha GmbH neue Designs gestaltet. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

 

Welche Strategie steckte hinter dem Wachstum?

Beim Thema Unternehmensstrategie ist Kundenakquise ein wichtiges Stichwort. In den letzten zwei Jahren haben wir zwei Key-Accounts gewinnen können, die nun große Umsatztreiber sind. Weiterhin ist uns wichtig, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis anzubieten. Wir decken unterschiedliche Kundensegmente ab, so gibt es von Miniglaskugeln bis zum Weihnachtskalender aus Glas für alle etwas. Kommt es doch einmal zu Überbeständen, bauen wir diese gezielt durch Kampagnen mit bekannten Online-Marken ab.

Zuletzt erhöhen wir unsere Sichtbarkeit bei den Endkunden durch ein großes Angebot (mehr als 1000 Artikel) an Christbaumschmuck auf bekannten E-Commerce Plattformen.

 

Bei der Entwicklung eines neuen Glasschmucks wird aus den Entwürfen ein Modell erstellt. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

Bei der Entwicklung eines neuen Glasschmucks wird aus den Entwürfen zunächst ein Modell erstellt. (Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH)

 

Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden?

Wir beschäftigen uns viel mit dem Management von Daten, als beispielweise mit dem automatisierten Pflegen von über 1000 Artikelnummern. Dabei müssen die Artikel mit den richtigen und verkaufsfähigen Bildern katalogisiert sein und die Bestände müssen trotz Rückmeldungen verschiedenster Verkaufskanäle korrekt sein.

Um Restbestände zu vermeiden ist es notwendig, dass der aktuelle Bestand auf allen Verkaufskanälen sichtbar wird. Dafür haben wir automatisierte Schnittstellen zu den großen Plattformen implementiert und lassen seitdem Bestände und Aufträge automatisiert abrufen. Trotz der Unterschiede zwischen den Plattformen versuchen wir, die Abwicklung möglichst zu vereinheitlichen.

 

Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze!

Da kann ich eine ganze Reihe an Tipps geben:

  • Online-Sichtbarkeit für den Endkunden,
  • Kreative, flexible und erfolgreiche Produktentwicklung,
  • Die richtigen Mitarbeiter an den richtigen Stellen,
  • Kennen und lösen Sie die Probleme Ihrer Kunden,
  • Lieferfähig bleiben durch Diversifikation,
  • Unabhängigkeit von großen stationären Händlern.

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