Wachstum im weltweiten Markt für elektronische Mikrosysteme

Interview mit Dr. Knuth Baumgärtel, CEO der Micro-Hybrid Electronic in Hermsdorf

Von Anja Luckas am 14.07.2021

Für Technologie-Highlights wie Hochtemperaturelektronik, Infrarot-Technologie und Multi-Chip-Module ist die thüringische Micro-Hybrid Electronic GmbH international bekannt. Das Unternehmen beliefert weltweit Kunden mit innovativer Mikroelektronik und Sensorik für die Mess- und Prüftechnik. Das Entwicklungszentrum ist am Hauptstandort in Hermsdorf integriert. Produziert wird in Deutschland an insgesamt drei Standorten. Im Interview erläutert CEO Dr. Knuth Baumgärtel, vor welchen Herausforderungen das Unternehmen von den Anfängen bis zur Internationalisierung stand und welche Wachstumsstrategie er verfolgt.

 

Der Stammsitz der Micro-Hybrid Electronics GmbH in Hermsdorf (Thüringen)

Der Stammsitz der Micro-Hybrid Electronics GmbH in Hermsdorf (Thüringen). Foto: Micro Hybrid Electonics GmbH

 

Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Als einer der weltweiten Technologieführer im Bereich elektronischer Mikrosysteme ist die Micro-Hybrid Electronic GmbH seit mehr als 25 Jahren spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von elektronischen Komponenten, Sensoren und Modulen. Wir beliefern den europäischen, asiatischen und amerikanischen Markt mit Premiumprodukten für anspruchsvolle Applikationen in der Mess-, Prüf-, Steuer- und Regeltechnik, die wir in mittleren Stückzahlen an unseren drei thüringischen Standorten in Hermsdorf, Ilmenau und Münchenbernsdorf produzieren. Unser Portfolio reicht von keramischen Substraten und Gehäusen für miniaturisierte Elektronikmodule zur Sensorsteuerung bis hin zu Infrarot-Komponenten und Sensoren für die Temperaturmessung und Gasanalyse. Zum Einsatz kommen unsere Entwicklungen schwerpunktmäßig in der Medizintechnik, der Halbleiter- und Automatisierungstechnik sowie der Bahntechnik.

 

Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen?

Gegründet wurde die Micro-Hybrid Electronic GmbH im April 1992. Ein Glücksfall war damals für die gründenden Ingenieure, dass wir sowohl die Mitarbeiter*innen, als auch die Maschinen und Anlagen sowie das Engineering Know-how der ehemaligen Mitarbeiter*innen des Betriebes „Mikroelektronik“ übernehmen konnten. Nachdem das Unternehmen anfangs ausschließlich auf dem ostdeutschen und osteuropäischen Markt präsent war und uns die Kundschaft hier sehr schnell wegbrach, verlagerte sich das Angebot als Fertiger von keramischen Substraten und Elektronikmodulen für elektronische Komponenten und Systeme in kleinen und mittleren Stückzahlen bald von Ost nach West. Unterstützung beim Unternehmensaufbau bekamen wir durch den Zusammenschluss mit der Micro-Epsilon Messtechnik aus Bayern. Seither ist die Micro-Hybrid Electronic GmbH eingebettet in eine eigentümerseitig stabile und nachhaltig wachsende mittelständische Unternehmensgruppe. Innerhalb dieser bis heute anhaltenden Partnerschaft hat sich unser Unternehmen seit 2006 zum Technologie- und Produktanbieter mit eigener Entwicklung erfolgreich am Markt platziert. Unter anderem konnten wir in den vergangenen Jahren die Geschäftsfelder Infrarot-Komponenten, NDIR Gassensoren und Advanced Electronic Modules etablieren. Mitentscheidend für das Wachstum war außerdem die Akquise der Firma Micro-Sensor, einer Ausgründung aus dem Günter-Köhler-Institut, Jena. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Produktion von OEM Sicherheitssensoren spezialisiert.

 

Einblick in die Produktion SMD line am Standort Münchenbernsdorf

Einblick in die Produktion SMD line am Standort Münchenbernsdorf. Foto: Micro Hybrid Electronics GmbH

 

Welche Strategie steckte hinter dem Wachstum?

Unsere Unternehmensstrategie zielt in erster Linie darauf ab, Komponenten und Sensoren mit höchster Präzision zu entwickeln, die für den Kunden einen deutlichen Mehrwert erzielen. Entscheidend hierfür sind die stete Weiterentwicklung von Technologien und Materialien sowie der Einsatz technischer Innovationen. Um unser eigenes, gesundes Wachstum voranzutreiben, liegt unser Fokus auf den Wachstumsmärkten weltweit. Durch eine ressourcenbasierte Entwicklung erreichen wir eine stetige positive Wissensakkumulation.

 

Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden?

Um die Micro-Hybrid Electronic GmbH zu einem heute weltweiten Technologieführer zu machen, war zunächst die Formalisierung und Anpassung der Unternehmensorganisation notwendig. Bald ging es auch um die Einstellung neuer Mitarbeiter*innen und deren berufliche Weiterbildung. Heute beschäftigen wir allein in Deutschland ein Team aus 200 kompetenten Fachleuten. Eine weitere Herausforderung stellte für uns schließlich die Internationalisierung des Unternehmens dar. Grundsätzlich haben wir aus der Entwicklung des Unternehmens gelernt, dass es wichtig ist Chancen, die sich bieten, zu nutzen, und auch mal kalkulierte Risiken einzugehen. Dabei galt es mitunter auch, Unsicherheiten zu „ertragen“. Für weiteres Wachstum werden Gewinne in der Regel reinvestiert.

 

Der Managing Director Dr. Knuth Baumgärtel.

Der Managing Director Dr. Knuth Baumgärtel. Foto: Micro Hybrid Electronics GmbH


Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze!

Die Geschäftsleitung muss ihr langfristiges Wachstumsziel für alle Unternehmensbereiche authentisch setzen und kommunizieren. Das Management muss über interdependente Schlüsselindikatoren erfolgen, die in Ihrer Gesamtheit profitables und nachhaltiges Wachstum ermöglichen.

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