Wachstum mit Augenmaß und künstlicher Intelligenz

Interview mit Dominik Lausch, Mitgründer der DENKweit GmbH aus Halle (Saale)

Von Anja Luckas am 27.07.2021

Als Ausgründung der Fraunhofer Gesellschaft ist das Team der DENKweit GmbH aus Halle (Saale) im Jahr 2018 angetreten, kleinen und mittelständischen Unternehmen zu helfen, ihre Daten zu sortieren und mithilfe von Künstlicher Intelligenz für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Entwickelt haben die Unternehmensgründer unter anderem eine KI-basierte Sensortechnologie, die in der Qualitätskontrolle beispielsweise von Batteriesystemen und Solarmodulen eingesetzt wird. Warum es dem Start-up wichtig war, nicht gleich die „Rakete zu zünden“, sondern eher die Triebwerke zielgenau zu platzieren, erläutert DENKweit-Mitgründer Dominik Lausch im Interview.

 

Ausgezeichnet beim Innovationspreis Mitteldeutschland: Dr. Dominik Lausch (Mitte), Dr. Kai Kaufmann und Markus Patzold von der DENKweit GmbH. (Foto: Fraunhofer IMWS)Ausgezeichnet beim Innovationspreis Mitteldeutschland: Die drei Gründer Dominik Lausch (Mitte), Dr. Kai Kaufmann und Markus Patzold von der DENKweit GmbH. (Foto: Fraunhofer IMWS)

 

Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Unser Unternehmen besitzt zwei Produktreihen. Zum einen haben wir von der DENKweit GmbH eine Plattformtechnologie zur selbstständigen Erstellung einer KI-basierte Bilderkennung entwickelt. Diese liefert anhand von nur wenigen Bildern (ab 15) hochqualitative Ergebnisse beispielsweise für die Qualitätskontrolle. Darüber hinaus bieten wir eine Sensortechnologie an, mit der berührungslos die Richtung und Stärke elektrischer Ströme zum Beispiel in Batteriesystemen gemessen werden kann. Unsere Kunden können beiden Technologien individuell und lokal in ihre Produktionsprozesse integrieren.

 

Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen?

Ursprünglich war die DENKweit GmbH im Jahr 2018 eine Ausgründung der Fraunhofer Gesellschaft. Heute beschäftigen wir 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Umsatz im Jahr 2020 lag bei etwa 350.000 Euro. Unser Ziel ist, diesen im laufenden Jahr nahezu zu verdoppeln. Profitiert haben wir von Anfang an von einem ausgezeichneten Netzwerk, starken Partner sowie den exzellenten Fördermöglichkeiten, die es in Deutschland gibt. Momentan werden wir von einem Privatinvestor unterstützt. Er begleitet unser Team als Mentor im Alltag und hilft mit uns insbesondere mit Blick auf die Bereiche Recht, Finanzplanung und Buchhaltung.

 

Schon auf Grundlage weniger Bilder lassen sich mit der DENKweit-Technologie und Künstlicher Intelligenz qualitativ hochwertige Ergebnisse beispielsweise für die Qualitätskontrolle erzielen.

Schon auf Grundlage weniger Bilder lassen sich mit der DENKweit-Technologie und Künstlicher Intelligenz qualitativ hochwertige Ergebnisse beispielsweise für die Qualitätskontrolle erzielen. Foto: DENKweit GmbH

 

Welche Strategie steckte hinter dem Wachstum?

Unser Ziel war es von Beginn an, einen nachhaltigen Mittelstand aufzubauen. Deshalb ging es uns nie darum, gleich die „Rakete“ zu zünden, um das Unternehmenswachstum künstlich zu skalieren. Wichtiger war uns, die Triebwerke zielgenau zu platzieren und das Know-how in Deutschland zu halten. Daher heißt unsere Strategie Boot-Strapping. Das bedeutet, wir verzichten auf externe Finanzgeber und geben nur das Geld aus, was wir auch einnehmen. So behalten wir die volle Kontrolle und haben unsere Entwicklungsziele immer im Fokus.

 

Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden?

Als wir uns für das Boot-Strapping entschieden haben, wussten wir, das dies eine extreme Herausforderung für uns sein würde. Denn wir müssen jeden Euro, den wir ausgeben, genau hinterfragen. Unter anderem haben wir Gründer uns in der Anfangszeit kein Gehalt gezahlt. Außerdem mussten wir lernen, wie komplex die Aufgaben einer Unternehmensleitung sind und wie viele Faktoren es dabei zu beachten gibt.

 

Die junge Mannschaft der DENKweit GmbH aus Halle/Saale.

Die junge Mannschaft der DENKweit GmbH aus Halle/Saale. Foto: DENKweit GmbH

 

Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze!

Ich kann jedem Unternehmensgründer nur raten, das zu tun, was er oder sie selber will. Man sollte alles hinterfragen, gleichzeitig Anderen aufmerksam und offen zuhören. Fragen, fragen, fragen. Das ist das Wichtigste. Denn viele ältere Geschäftsführer geben ihr Wissen gern an andere weiter. Jeder Hinweis ist wertvoll, um sich am Ende aus den vielen Einflüssen und Hinweisen seinen eigenen Weg zu „puzzeln“.

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