Wachstum lässt sich planen

01.10.2018

Herr Dornbusch, Leiter des Referats Wirtschafts- und Finanzpolitik im Arbeitsstab Neue Bundesländer des Bundeswirtschaftsministeriums begrüßte zunächst die Runde und stellte die Idee hinter dem Dialog vor. Es gehe insbesondere darum, die hinter stark gewachsenen Unternehmen stehenden Wachstumsstrategien kennen zu lernen und die jeweiligen Erfolgsfaktoren im Kreis von Unternehmen zu diskutieren. In ihrem Impulsvortrag stellte Frau Grützner, die Gastgeberin des Unternehmertreffens, die Entwicklung des Unternehmens vor, das sie vor 25 Jahren aus einem Ostberliner Forschungsinstitut heraus gründete. Die anfänglichen Herausforderungen insbesondere bei der Finanzierung hat sie alle gut bewältigt und ist nun mit 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein weiterhin wachsendes Unternehmen. Die Konzentration auf ein relativ schmales Produktportfolio verhilft zu Skalenerträgen, die Produkte werden weltweit vertrieben. Die MRT entwickelt neue Produkte, auch in EU-Projekten, patentiert ihre Erfindungen und ist gut vernetzt mit Wissenschaftlern und anderen Unternehmen. Das Management des Unternehmens gelingt effektiv mit Hilfe des im Rahmen der ISO 9001-Zertifizierung entwickelten Management-Handbuchs, das Ziele, Werte und Prozesse genau definiert und Grundlage der Wachstumsstrategie ist.

Viele Aussagen konnten im zweiten Impuls bestätigt werden, den Andreas Thun von der iris GmbH hielt. Auch die iris GmbH ist stark fokussiert mit im Prinzip einem Kernprodukt. Die Sensoren zur Fahrgastzählung sind in weltweit über 80.000 ÖPNV-Fahrzeugen installiert. Auch er führt das Unternehmen mittels klar definierter Prozesse und ist ISO 9001-zertifiziert, mit ständiger Weiterentwicklung und guter Vernetzung. Schwankungen im Fachkräftebedarf werden über Arbeitnehmerüberlassung abgedeckt und aus diesem Personenkreis werden in guten Zeiten auch Mitarbeiter rekrutiert.

Den dritten Impuls hielt Frau Dr. Oehme von der HFC Human-Factors-Consult GmbH. Als privates Forschungsinstitut sind sie Dienstleister und bauen auf ein breites Angebotsportfolio, um sich gegenüber Auftragsschwankungen abzusichern. Das Beratungsangebot hat sich langsam seit der Gründung vor 15 Jahren durch einen Psychologen und einen Ingenieur der TU Berlin entwickelt – Kern sind die Methoden zur Entwicklung von Mensch-Maschine-Interaktion, die sich in vielerlei Branchen anwenden lassen. Mittlerweile 22 Ingenieure, Psychologen, Informatiker und weitere Hochqualifizierte gestalten Schnittstellen zwischen Maschinen und Menschen. Wie schon in den beiden anderen Unternehmen werden die Kooperation mit der Wissenschaft und die eigene Forschung samt Publikationen in einschlägigen Zeitschriften als integraler Bestandteil der Qualitätssicherung und für das Wachstum angesehen.

Im anschließenden Round-Table-Gespräch wurde noch einmal deutlich, dass Wachstum durch gute Planung, klare Prozesse und Ziele in gewissem Grad strategiefähig und planbar ist, auch wenn der Zufall stets mit hinein spielt und es größere Herausforderung gibt wie die Suche nach passenden Fachkräften. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung brachten sich ein und diskutierten beim abschließenden Get together in Kleingruppen weiter. Ein informatives und anregendes Treffen, für das wir uns beiFrau Grützner bedanken!

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