Überregionales Unternehmertreffen Leipzig

 

Als vertiefende Ergänzung zu den regionalen Unternehmertreffen fand am 20. Juni 2018 ein überregionales, größeres Unternehmertreffen statt, zu dem der Ostbeauftragte PStS Hirte eingeladen hatte und über das auch in den Medien (MDR, LVZ) berichtet wurde. Über 50 Unternehmerinnen und Unternehmer, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren tauschten sich in der IHK zu Leipzig zu hochinteressanten Vorträge über die Wachstumsthemen Marktpositionierung/Arbeitgebermarke, Wachstums-Finanzierung sowie „Startup trifft Mittelstand“ aus.

Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten der IHK, Kristian Kirpal, in der er die wirtschaftliche Entwicklung der Region erläuterte, zeigte PStS Hirte strategische Perspektiven auf, die das unternehmerische Wachstum in Ostdeutschland, das sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat, weiter stärken.

Den ersten Unternehmer-Vortrag zum Thema Marktpositionierung/Arbeitgebermarke hielt Stephan Drescher von der envia TEL, die mit dem Ausbau von Glasfasernetzen für Gewerbegebiete und weiteren Tätigkeitsfeldern stark wächst, wozu sie qualifiziertes Personal benötigen. Dies wird insbesondere auch über Praktikantinnen und Praktikanten und Absolventinnen und Absolventen gefunden, die dann weitere Interessenten empfehlen. Herr Drescher stellte heraus, wie wichtig es ist, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur agilen Unternehmenskultur der dezentralen schnellen Entscheidungswege passen. Ralf Weber von m/e brand communication zeigte, dass eine starke Arbeitgebermarke Markenblick und Arbeitsrecht verbindet, als Voraussetzung um nach innen wie außen positive Wirkkraft zu entfalten. Markenpositionierung und -inhalte schaffen die Grundlage für eine Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber, und rechtliche Gestaltungsräume variabel zu nutzen, sorgt für motivierende Win-Win-Lösungen zwischen Arbeitgebern und -nehmern. Das macht Arbeitgebermarken stark, sorgt für mehr Bewerbungen und eine geringere Fluktuation.

Das zweite Thema des Tages war die Wachstumsfinanzierung. Wolfgang Eismann von der anona sowie Dr. Alexander Trommen von der APPSfactory stellten vor, wie Ihre Firmen - auch mit Hilfe von öffentlich geförderten Krediten - stark wachsen konnten. Während die anona ein traditionsreiches Unternehmen ist, welches in den letzten Jahren durch die Erweiterung der Produktpalette im Bereich diätische Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel gewachsen ist, wurde die APPSfactory erst 2009 gegründet, ist aber gleichermaßen sehr stark gewachsen und hat mittlerweile über 500 Apps für über 80 Kunden realisiert. Peter Kröger von der LBBW (früher LBBW Sachsen Bank), die als Mittelstandsfinanzierer in den neuen Bundesländern tätig ist, betonte in seinem anschließenden Referat, dass die Bonität von mittelständischen Firmen in Ostdeutschland sich ähnlich wie in anderen Regionen darstellt. Da der Wertschöpfungsbeitrag in Ostdeutschland aber oft vergleichsweise geringer sei, stehen Unternehmen dort vor der Wachstumsherausforderung, Innovation und Digitalisierung, Internationalisierung und Markenbildung selbst zu gestalten.

Als drittes Thema des Tages wurde die Zusammenarbeit zwischen Startups und mittelständischen Firmen beleuchtet. Martin Jähnert von binee erläuterte  das Geschäftsmodell der Entsorgung von Sonderabfällen (derzeit Elektrokleingeräte und Medikamente) durch die binee-Boxen, die bei Firmen und Apotheken aufgestellt werden. Wer dort etwas einwirft, erhält Gutscheine von Partnerunternehmen. Der enge Kontakt zu anderen Unternehmen ist also Teil der Geschäftsidee von binee. Im zweiten Vortrag zu diesem Thema stellte Martin Richter den Smart Infrastructure Hub vor, der die Region Leipzig zu einem international relevanten Standort für die Digitalisierung machen soll, insbesondere für die Branchen Energie, Smart City und e-Health. Die Vernetzung von Mittelstand und Startups soll den Unternehmen bei der Digitalisierung helfen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass vielfach schon Kontakte zwischen etablierten Unternehmen und Startups bestehen, aber auch noch ausgebaut werden können. Ein Teilnehmer betonte zudem, dass Startups Unterstützung benötigen, um gute Ideen in geschäftsfähige Produkte umzusetzen, zum Beispiel beim Schutz von geistigem Eigentum.

 

Über den Dialog „Unternehmen: wachsen“

Die Unternehmertreffen „Unternehmen: wachsen“ finden im Rahmen des Dialogs „Unternehmen: wachsen“ statt. Zielsetzung der unternehmertreffen ist, dass Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit gegeben wird, sich in ungezwungener Atmosphäre zu ihren Wachstumserfahrungen und -ideen auszutauschen. Der Dialog „Unternehmen: wachsen“ wird im Rahmen der Projektstelle „Förderung von unternehmerischem Wachstum in den neuen Bundesländern“ durchgeführt, eine Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Ziel des Dialogs ist es, mit neuen Ideen und guten Lösungen Impulse für mehr unternehmerisches Wachstum zu geben. Eingeladen zum Dialog sind engagierte Unternehmen, Gründerinnen und Gründer, Wissenschaft, Netzwerke, Cluster und alle, die Ideen und Erfahrungen in den Dialog einbringen wollen. Weitere Informationen finden Sie auf https://dialog-unternehmen-wachsen.de/.

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