Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse einbinden

Wer es zeitlich schaffte, bereits am Nachmittag nach Adlershof zu kommen, konnte eine Führung durch den neu eröffneten Standort der EBK Gruppe durch den Geschäftsführer Herrn Heidrich erhalten. Das Unternehmen produziert an drei Standorten in Berlin-Adlershof, Berlin-Mariendorf und Teltow Motorkomponenten für fast alle Automobilhersteller in Europa, sowie Elektromechanische Komponenten für die Industrie. Das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens besteht darin, die Ersatzteilverfügbarkeit langfristig sicher zu stellen. Herr Heidrich gab einen Einblick in die hochmodernen Produktionshallen mit ihren verschiedenen Produktionslinien. Kurz danach ging es zum eigentlichen Unternehmertreffen in das sehr ansprechende neue Bürogebäude.

Nach einer Begrüßung durch Herrn Dornbusch, Leiter des Referats Wirtschafts- und Finanzpolitik im Arbeitsstab Neue Bundesländer des BMWi, begann dieses Unternehmertreffen mit einer Vorstellungsrunde, die gleich zu einer vertrauten Atmosphäre beitrug.

Der Gastgeber Herr Heidrich stellte in seinem Impulsreferat die EBK Gruppe vor. Das Unternehmen ist bereits länger am Markt, wurde jedoch in den letzten 10 Jahren komplett umorganisiert und dadurch effizienter gemacht. Das Besondere an dem Unternehmen liegt genau in dem Bereich, der Thema des Abends war: die interne Organisation. Das Ziel der Geschäftsführung ist, ein weitgehend dezentral arbeitendes Unternehmen zu schaffen, also eines, in dem Projektteams und Steuergruppen so viele Entscheidungen wie möglich selbst treffen, so dass sich die Geschäftsführung auf die strategische Entwicklung und die größten Herausforderungen konzentrieren kann. Zu diesem Zweck werden alle Entscheidungen datenbasiert getroffen. Dementsprechend ist das Unternehmen auch voll digitalisiert und sammelt strukturiert die nötigen Daten. Vorteil der Herangehensweise ist die Schnelligkeit der Entscheidungen und die Motivation der Mitarbeiter, an vielen Entscheidungen beteiligt zu sein.

Den zweiten Impuls gab Herr Hannusch von der GIG Unternehmensgruppe, einem sehr stark wachsenden Komplettanbieter im Facility Management. Bei der GIG werden neue Geschäftsgebiete von den vorhandenen abgekoppelt und in neue Gesellschaften eingebracht, die jeweils von einem mit umfassenden Kompetenzen ausgestatteten Geschäftsführer geführt werden. Herr Hannusch macht sich regelmäßig Gedanken, wie die Unternehmensstruktur mittel- und langfristig aussehen soll, um darauf hinarbeiten zu können. Während die EBK eher auf interne Expertise setzt, hat die GIG sehr gute Erfahrungen mit externer Expertise gesammelt.

Bei beiden Impulsen wurde deutlich, wie die Unternehmensphilosophie der Geschäftsführer die Unternehmensstruktur prägt. Dies wurde dann im dritten Impuls von Herrn Miethke, Inhaber und Geschäftsführer der gleichnamigen Medizintechnikfirma, noch einmal sehr deutlich. Herr Miethke möchte, dass in seinem Unternehmen „ganz normale Menschen“ arbeiten. Menschen, bei denen der Patient, der am Ende Nutzer des Medizinproduktes ist, im Mittelpunkt steht. Auch die C. Miethke GmbH & Co. KG ist ein wachsendes Unternehmen. Damit die Geschäftsführung nicht der (zeitliche) Engpass im Entscheidungsprozess ist, versucht er möglichst viele seiner Aufgaben zu delegieren.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit allen Teilnehmern wurden viele Wachstumsthemen angeschnitten, wobei der Zusammenhang der Themen wieder sehr deutlich wurde, wie viele Schnittstellen es zwischen den einzelnen Wachstumsthemen gibt. Immer wieder kam der „Faktor Mensch“ in den Beiträgen der Teilnehmer zur Sprache. Denn das Mitarbeiterwohl ist eine Grundlage dafür, dass sich auch die Geschäftsführung wohlfühlen kann. Nach dem offiziellen Teil fand noch ein reger Austausch statt und die Teilnehmer konnten sich miteinander vernetzen.

 

Über den Dialog "Unternehmen: wachsen"

Der Dialog „Unternehmen: wachsen“ wird im Rahmen der Projektstelle „Förderung von unternehmerischem Wachstum in den neuen Bundesländern“ durchgeführt, eine Initiative der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Ziel des Dialogs ist es, mit neuen Ideen und guten Lösungen Impulse für mehr unternehmerisches Wachstum zu geben. Eingeladen zum Dialog sind engagierte Unternehmen, Gründerinnen und Gründer, Wissenschaft, Netzwerke, Cluster und alle, die Ideen und Erfahrungen in den Dialog einbringen wollen. Weitere Informationen finden Sie auf http://www.dialog-unternehmen-wachsen.de/.

Kommentare (0)

Melden Sie sich auf der Plattform an, um Kommentare abzugeben.