Vernetzung stärken

Fraunhofer ist in Ostdeutschland mit 20 Instituten und zahlreichen weiteren Einrichtungen sowie Institutsteilen in allen neuen Bundesländern vertreten. Die Bandbreite der Forschungsthemen ist breit und reicht etwa von der Optik über die Mikroelektronik und Materialwissenschaften bis hin zur Medizin. Mit ihrer ausgewiesenen Expertise in der angewandten Forschung und damit im Transfer von Forschung in die Anwendung, sind sie an ihren Standorten Motoren für Innovationen.

Mit einem vielfältigen Instrumentarium zur Vernetzung fördert Fraunhofer die Wechselwirkungen zwischen Forschung und Wirtschaft. Ein Beispiel dafür ist die 2008 gegründete und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Innovationsallianz »Green Carbody Technologies InnoCaT«, an der neben Vertretern aus der Automobilindustrie zahlreiche mittelständische Unternehmen aus dem Anlagen- und Maschinenbau sowie produktionstechnische Forschungsinstitute der Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt waren. Koordiniert wurde das Vorhaben vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz zusammen mit VW. Ziel der Allianz war eine kosten-, termin- und ressourcengesteuerte Karosseriefertigung mit 50 Prozent weniger Energieeinsatz. Ergebnisse dieser Kooperation wurden erfolgreich in der E3-Forschungsfabrik umgesetzt, die im Mai 2014 eröffnet wurde. Gemeinsam mit Industriepartnern sollen entlang des neuen E³-Forschungsansatzes innovative Technologien und Pilotanwendungen praxisnah entwickelt und erprobt werden. Die Effizienz der Ressourcen, Emissionsneutralität und der Mensch stehen gleichermaßen im Fokus.

Darüber hinaus entwickelte Fraunhofer mit den Leistungszentren bestehende Konzepte zur Verbundforschung in Deutschland weiter. Ziel ist es, exzellente Forschungsergebnisse nahtlos in der Wirtschaft umzusetzen. Gemeinsam erstellen die Partner den strategischen Fahrplan für wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlichem Nutzen. Sie entwickeln eine verbindliche, durchgängige Roadmap für Forschung und Lehre sowie Innovations- und Wissenstransfer. So werden Standorte weiterentwickelt, an denen Fraunhofer bereits intensiv mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft zusammenarbeitet. Von Anfang an sind starke Industriepartner, insbesondere aus dem Mittelstand, mit an Bord, die Auftraggeber für die Projektforschung der Verbundprojekte sind.

In den neuen Bundesländern gibt es bereits mehrere Leistungszentren in zukunftsweisenden Technologiefeldern: in Dresden zur Mikro- und Nanoelektronik, in Berlin zur Digitalen Vernetzung, in Halle zur Chemie und Biosystemtechnik sowie in Jena zur Photonik.

Für Fraunhofer ist der Dialog "Unternehmen: wachsen" eine sehr gute Plattform, um die Vernetzung weiter zu stärken sowie durch das Einbringen erfolgreicher Beispiele weitere Kooperationen anzustossen.

Professor Dr. rer. nat. Georg Rosenfeld, Vorstand für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle der Fraunhofer-Gesellschaft