Wachstum durch eine breitere Produktpalette

Interview mit Oliver-Marc Rados, Geschäftsführer der Oscomed GmbH (Sonneberg, Thüringen)

Von Tim Gabel am 25.08.2020

Die Produktion bei der Oscomed GmbH

Die Produktionshallen der Oscomed GmbH in Sonneberg. (Foto: Oscomed GmbH)

 

Die Oscomed GmbH ist ein wichtiger Zulieferer für große Medizinproduktehersteller. Seit ihrer Gründung 2014 hat die Firma ihr Portfolio jedoch erweitert. Sie produziert jetzt eigene Produkte im Bereich der Urologie, Endoskopie und Wundversorgung und setzt einen Schwerpunkt auf die Forschung und Entwicklung.

 

1. Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Die Oscomed GmbH produziert Komponenten, Baugruppen und komplette Einweg-Sterilprodukte aus Kunststoff für medizintechnische Anwendungen. Diese werden in der Diagnostik und Therapie eingesetzt. Wir beliefern in Deutschland Top-Kunden in der Medizintechnik wie Biotronik, Paul Hartmann, Karl Storz. Die Kundennähe ist dabei ein wesentliches Element. Wir entwickeln darüber hinaus auch internationale Kunden in speziellen Kompetenzgebieten.

 

Aktivierung erforderlich

Durch das Klicken auf dieses Video werden in Zukunft Youtube-Videos auf www.dialog-unternehmen-wachsen.de eingeblendet. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Youtube übermittelt werden. Sie können mit einem Klick dauerhaft das Abspielen aktivieren oder in der Datenschutzerklärung die Aktivierung auch dauerhaft wieder rückgängig machen.

 

2. Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen?

Bei unserer Firmengründung 2014 hatten wir lediglich elf Mitarbeiter und gerade mal zwei bis drei Großkunden. Aufgrund der langen Zulassungszeiten für Medizinprodukte haben wir in den ersten beiden Jahren sehr geringe Umsätze gemacht. Damals haben wir aus regulatorischen Gründen viel mehr Zeit für die Lieferung an einen der Großkunden aus dem Bereich Kardiologie benötigt als vorher geplant. Sechs Jahre nach der Gründung liegen wir bei ungefähr 4 Millionen Euro an Erlösen und investieren einen hohen Anteil in eine junge Entwicklungsabteilung sowie die Entwicklung neuer Produkte. 

Wir haben darüber hinaus zuletzt eine Kooperation mit einem weiteren Zulieferer von medizinischen Kanülen in den neuen Bundesländern entwickelt, die für beide Seiten hilfreich ist. Am Ende ist die technologische Kompetenz der Mitarbeiter und das Zusammenspiel der Organisation für den Erfolg wesentlich.

 

Oscomed-Geschäftsführer Oliver-Marc Rados mit zwei Kollegen

Geschäftsführer Oliver-Marc Rados (links) mit zwei Mitarbeitern. (Foto: Oscomed GmbH)

 

3. Welche Strategie steckte hinter dem Wachstum?

Strategisch sind wir als reiner Zulieferer gestartet, bauen aber jetzt unsere Entwicklungsaktivitäten aus. Wir verkaufen technische Kompetenz und umfassende Lösungen für unsere Kunden auf hohem Niveau. Unser Portfolio soll sich als Ergänzung und Abrundung bis zur Sterilisation von Medizinprodukten erweitern. Unser tschechischer Standort – den wir im Verbund mit Osypka AG betreiben – ist für uns ein wesentliches Element, Einweg-Sterilprodukte in Europa kostengünstig zu montieren.

 

Oscomed-Mitarbeiterin am Mikroskop

Oscomed-Mitarbeiterin bei der Arbeit. (Foto: Oscomed GmbH)

 

4. Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden?

Eine beständige Weiterentwicklung mit beschränkten Mitteln ist immer eine Herausforderung. Allerdings wurden und werden wir immer noch in Thüringen durch die finanzielle Förderung des Landes unterstützt und wirklich optimal betreut. 

Ein weiteres wichtiges Element ist die betriebliche Weiterbildung und Schulung unserer eigenen Mitarbeiter, die für ein gesundes Wachstum unerlässlich ist. 

 

5. Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze!

Wachstum erfordert Innovation, Mut und die richtige Einstellung, hart zu arbeiten.

Kommentare (0)

Melden Sie sich auf der Plattform an, um Kommentare abzugeben.