Effizienzsteigerung als Wachstumschance

Interview mit Chris Schiller, Geschäftsführer der Pflegeplatzmanager GmbH (Greiz, Thüringen)

Von Jan Kürvers am 31.08.2020

 Infografik des Unternehmens

 Infografik der Unternehmensstruktur. (Grafik: Pflegeplatzmanager GmbH)

 

2018 gründeten Chris Schiller und Alexander Bauch die Pflegeplatzmanager GmbH und bieten seither eine Kommunikationsplattform zwischen Kliniken und Nachversorgern an. Zuvor waren sie selbst Einrichtungsleiter eines Pflegeheims und suchten nach einer digitalen Lösung für Entlass- und Aufnahmeprozesse.

  

1. Was stellt Ihre Firma her, bzw. welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Wir bieten eine webbasierte digitale Plattform, die unter anderem Kliniken mit Nachversorgern im Pflegebereich vernetzt. Dabei helfen wir, die Suche nach einem passenden Nach- und Weiterversorger bei Pflegebedürftigkeit erheblich effizienter zu gestalten. Neben den Pflegebedürftigen und Angehörigen selbst, sind vor allem die Krankenhausmitarbeiter im Entlassmanagement, die Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen von Pflegeeinrichtungen, aber auch Beratungsstellen und Krankenkassen von der aktuell manuellen Arbeitsweise per Telefon und Fax betroffen. Um einem Pflegebedürftigen einen Platz anbieten zu können, sind teilweise bis zu 40 Anrufe notwendig, da in dem analogen Prozess die Transparenz im Hinblick auf vorhandene freie Kapazitäten und die aktuell Hilfesuchenden fehlt. Gesteigert wird diese Problematik durch die Auslastungsquoten – im stationären Pflegebereich liegt die durchschnittliche Auslastung je nach Region bei bis zu 97 Prozent.

 

2. Auf welche Weise ist Ihre Firma gewachsen?

Wir haben den Pflegeplatzmanager im Februar 2018 gegründet. Die erste Mitarbeiterin haben wir im Januar 2019 eingestellt. Heute arbeiten über 30 motivierte Mitarbeiter*innen an den Standorten in Jena sowie Greiz und in den Bundesländern Sachsen und Bayern. Dieses schnelle Wachstum spiegelt den Bedarf und die Resonanz im Gesundheitssektor wider. Viele Akteure haben sich eine solche digitale Plattformlösung gewünscht. Wir bieten zudem den Vorteil, dass wir gemeinsam mit den unterschiedlichen Sektoren aus dem Gesundheitswesen unsere Plattform weiterentwickeln.

Besonders stolz sind wir, dass wir uns gegen den – in den letzten Monaten – gesteigerten Wettbewerb behaupten konnten und der Pflegeplatzmanager zum Teil in ganzen Gesundheitsregionen flächendeckend Anwendung findet.

 

Alexander Bauch und Chris Schiller, die beiden Gründer und Geschäftsführer der Pflegeplatzmanager GmbH

Alexander Bauch (links) und Chris Schiller, die beiden Gründer und Geschäftsführer der Pflegeplatzmanager GmbH. (Foto: Pflegeplatzmanager GmbH)

 

3. Welche Strategie steckt hinter dem Wachstum?

Unser Ziel ist es, einen sozialen Fußabdruck im digitalen Gesundheitswesen zu hinterlassen. Der Pflegeplatzmanager schafft einheitliche digitale Gesundheitsregionen für das Entlass- und Aufnahmemanagement, die sich untereinander vernetzen und flexibel wachsen. Außerdem war uns von Beginn an wichtig, dass das Produkt sehr praxistauglich sein soll. Dementsprechend haben wir unsere Personalpolitik ausgerichtet, was die Produktqualität positiv beeinflusst.

 

4. Welche Herausforderungen sind durch das bzw. beim Wachstum gemeistert worden?

Ein Start Up ist bekannt für einfache Strukturen und agile Arbeitswelten. Beides behalten wir bei, wobei allerdings das personelle Wachstum so schnell ging, dass uns zum Teil noch die internen Strukturen gefehlt haben. Jetzt sind wir sehr gut aufgestellt und sehen das Wachstum und die Teambildung als laufenden Prozess an. Aufgrund des Rahmenvertrages mit der Landeskrankenhausgesellschaft in Baden-Württemberg haben wir innerhalb von zehn Wochen knapp 50 neue Gesundheitsregionen erschlossen und auch für die nächsten Monate geht es genauso sportlich weiter. Das fordert vom gesamten Team Höchstleistungen. Wir sind stolz, dass alle hinter der Lösung Pflegeplatzmanager stehen und an einem Strang ziehen.

 

5. Ihr Tipp für Unternehmenswachstum in Kürze!

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein! Nein, ganz im Ernst. Wir hatten zur richtigen Zeit eine Idee, die dem Gesundheitsmarkt, vor allem aber für die Krankenhäuser ein großes Problem löst. Und natürlich ist es wichtig, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen. Als junges Unternehmen muss man sich die Akzeptanz am Markt erst einmal schaffen, sowie Verlässlichkeit beweisen und dabei bestenfalls immer schon einen Schritt voraus sein.

Kommentare (0)

Melden Sie sich auf der Plattform an, um Kommentare abzugeben.