Von Big Data zu Big Business? - Ilmenau 2019

Reportage vom Unternehmertreffen in Ilmenau

Von Silke Stahl-Rolf am 23.10.2019

Das Unternehmertreffen bei der Kompass GmbH, das der Dialog Unternehmen wachsen zusammen mit dem Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum in Ilmenau organisiert hat, stand unter der Überschrift „Digitalisierung der Produktion für effizientes Wachstum“ gewählt. Schnell wurde in der Diskussion klar: die Herausforderung heute ist nicht mehr die Digitalisierung von Prozessen, sondern ein frischer Blick auf etablierte Geschäftsmodelle, die durch sich wandelnde Kundenerwartungen und insbesondere die Verfügbarkeit großer Datenmengen auf dem Prüfstand stehen.

Gastgeber in Ilmenau war die Kompass GmbH, die durch Olaf Mollenhauer vertreten wurde. Herr Mollenhauer ist Serial Entrepreneur und leidenschaftlicher Ingenieur und Unternehmer. Seit 25 Jahren innoviert und entwickelt er im Bereich Sensortechnik, erst bei der von ihm gegründeten Tetra GmbH, nun für die Kompass GmbH. In dieser Zeit haben sich Kundenerwartungen und Geschäftsmodelle massiv geändert. Heute sind die Märkte nicht nur von Datenmanagement geprägt, sondern basieren darauf. Die Kompass GmbH berät Unternehmen dabei, ihre Daten dafür zu nutzen, Ressourcen noch effizienter zu nutzen und gibt damit Wachstumsimpulse.

Daten als Grundlage für neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen

Datennutzungspotenziale standen auch im Mittelpunkt des Impulses von Rüdiger Scheidig von der MetraLabs GmbH. Einst bei der Gründung durch die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb „Jugend forscht“ inspiriert, steht das Unternehmen heute auf der Longlist für den Thüringer Innovationspreis 2019. Aus seinen Räumlichkeiten im Ilmenauer Technologie- und Gründerzentrum ist MetraLabs längst herausgewachsen und entwickelt und produziert heute Roboter für den Einzelhandel, Forschungseinrichtungen und Systemintegratoren. Beim Einsatz der Roboter fallen zahlreiche Daten an, die, so waren sich die Teilnehmer in der Diskussion einig, Grundlage für neue Kundendienstleistungen und damit auch für neue Geschäftsmodelle sein können.

Systematische Nutzung von strategischen Wachstumsfaktoren

Rund um das Thema Daten und Datenanalyse dreht sich alles bei der ifesca GmbH, die von Sabine Ritter, Head of Research, vorgestellt wurde. Ifesca, eine Ausgründung aus der Fraunhofer Gesellschaft, entwickelt und betreibt die Plattform ifesca. Diese ermöglicht die Analyse, Aufbereitung und Weiterverarbeitung energiewirtschaftlicher Daten mittels künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen ist seit seiner Gründung im Dezember 2016 stark gewachsen und beschäftigt aktuell 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wachstumstreiber ist das datengetriebene Geschäftsmodell. Der Wachstumsprozess wurde systematisch angegangen. Orientiert hat sich das Unternehmen dabei an den Strategieempfehlungen von Verne Harnish, der die Wachstumsgeschichten von Unternehmen untersucht und strategische Wachstumsfaktoren identifziert hat – darunter das Vorliegen eines „BHAG“ – diese Abkürzung steht für „Big Hairy Audacious Goal“.

Auch die anschließende Diskussion zeigte: heute dreht sich alles um Dienstleistungen rund um Kundendaten. Die Technologien, um diese Daten zu nutzen, sind vorhanden und bieten die Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Herausforderung ist, das eigene Geschäftsmodell neu zu denken. Hierfür gab das Unternehmertreffen einen Anstoß.

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